Finanzplan
Finanzplan: Starte mit Annahmen, nicht mit Tabellen
Ein Finanzplan ist kein Excel-Ritual. Er ist ein Modell darüber, wie Umsatz, Kosten und Liquidität unter bestimmten Annahmen entstehen.
Viele Finanzpläne sehen präzise aus, obwohl die wichtigsten Annahmen unklar sind. Zahlen mit zwei Nachkommastellen helfen wenig, wenn nicht sichtbar ist, warum sie plausibel sein sollen.
Die wichtigste Frage zuerst
Welche Einheit wird verkauft?
Beispiele:
- Lizenz pro Team
- Monatsgebühr pro Standort
- Provision pro Transaktion
- Paketpreis pro Coaching-Kohorte
- Freemium mit späterem Upgrade
Ohne klare Einheit bleiben Umsatzannahmen beliebig.
Umsatz entsteht aus wenigen Treibern
Ein einfacher Umsatzblock braucht meist nur:
- Anzahl potenzieller Kund:innen
- erreichbarer Anteil
- Conversion-Annahme
- Preis
- Kündigung oder Wiederkauf
- Ramp-up über die Zeit
Der Review sollte fragen: Welche dieser Annahmen ist belegt, welche ist nur geschätzt?
Kosten richtig trennen
Fixe Kosten entstehen unabhängig vom Wachstum: Gehälter, Grundsoftware, Miete, Versicherung, Basismarketing.
Variable Kosten wachsen mit Nutzung oder Kund:innen: Hosting pro Nutzer:in, Supportaufwand, Zahlungsgebühren, externe Leistungen, Materialkosten.
Wenn variable Kosten fehlen, wirkt die Marge oft besser als sie ist.
Liquidität ist nicht Gewinn
Gerade Förderprogramme und Frühphasen-Teams unterschätzen Liquidität. Wichtig ist:
- Wann kommt Geld wirklich rein?
- Wann müssen Kosten gezahlt werden?
- Gibt es Vorfinanzierung?
- Wie lange reicht der Puffer?
- Was passiert, wenn Vertrieb langsamer läuft?
Was ein guter Finanzplan sichtbar macht
Ein guter Finanzplan zeigt nicht nur Zahlen, sondern Unsicherheit:
- Basisszenario
- vorsichtiges Szenario
- optimistisches Szenario
- kritische Annahmen
- Belege oder offene Tests
VentureProof sollte später jede wichtige Zahl mit Quelle, Annahme oder Entscheidung verbinden.