Evidence
Evidence: Der richtige Beleg für jede Aussage
Eine unbelegte Aussage ist nicht automatisch falsch. Sie muss aber als Annahme sichtbar bleiben, bis ein passender Beleg vorliegt.
Quellenarbeit im Businessplan bedeutet nicht, möglichst viele Links zu sammeln. Entscheidend ist, ob der Beleg zur Aussage passt.
Marktgröße
Eine Marktgrößen-Aussage braucht mehr als eine große Zahl. Gute Belege sind:
- Branchenreports
- öffentliche Statistiken
- Datenbanken
- nachvollziehbare Bottom-up-Herleitung
- Vergleichszahlen aus ähnlichen Märkten
Red Flag: „Der Markt ist 20 Milliarden groß“ ohne Segment, Region, Jahr und Relevanz für den Markteintritt.
Zielgruppe
Zielgruppen werden besser durch Nähe als durch Statistik belegt.
Passende Belege:
- Interviews
- Beobachtungen
- Pilotdaten
- Warteliste
- Nutzungsverhalten
- konkrete Absichtserklärungen
Eine Studie kann Zielgruppenrelevanz unterstützen, ersetzt aber keinen Kontakt zur ersten Zielgruppe.
Zahlungsbereitschaft
Zahlungsbereitschaft ist stärker als Interesse.
Mögliche Belege:
- bezahlter Pilot
- Angebot oder LOI
- Budgetaussage einer Entscheiderin
- Vergleichspreise
- Test mit Preisanker
- tatsächliche Vorbestellung
„Alle fanden die Idee spannend“ ist kein Beleg für Zahlungsbereitschaft.
Wettbewerb
Wettbewerb sind nicht nur ähnliche Startups. Wettbewerb ist alles, was die Zielgruppe heute statt deiner Lösung nutzt.
Belege:
- direkte Anbieter
- interne Workarounds
- Excel, E-Mail, Messenger, Papierprozesse
- Agenturen oder Beratung
- Nichtstun
Wirkung
Wirkung braucht Messlogik.
Mögliche Belege:
- Vorher-Nachher-Vergleich
- Zeitersparnis
- Fehlerreduktion
- Aktivierungsrate
- qualitative Evaluation
- Fallbeispiel
Das Ziel ist nicht, jede Aussage sofort perfekt zu beweisen. Das Ziel ist, Annahmen, Quellen und Entscheidungen sauber getrennt zu halten.